Audiobeispiele, Spektrogramme und Bioakustik
Auf den folgenden Seiten finden Sie zu jeder Artengruppe ein verlangsamtes Audiobeispiel mit Spektrogrammen sowie die entsprechenden Rufparameter, Power-Diagramme und Histogramme mit Rufabstandsklassierung:
- Mopsfledermaus (Barbastella Barbastellus)
- Beitflügelfledermäuse (Eptesicus-Gruppe)
- Mausohrfledermäuse (Myotis-Gruppe)
- Abendsegler (Nyctalus-Gruppe)
- Zwergfledermäuse (Pipistrellus-Gruppe)
- Langohrfledermäuse (Plecotus-Gruppe)
- Sozialrufe, teilweise nicht klassifiziert
- SSF Bat3 Detector – Screenshots mit Mapit-Georeferenzierung
Ich lade Sie ein, die Beispiele anzuhören, die Spektrogramme zu untersuchen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie verschiedene Fledermausarten „klingen”. So wird Bioakustik zu einem faszinierenden Werkzeug für alle Interessierten.
Verlangsamte Aufnahmen der Rufe
Fledermäuse orientieren sich und jagen fast ausschließlich mithilfe der Ultraschall-Echoortung. Die hochfrequenten Rufe liegen jenseits unseres Hörvermögens, lassen sich aber mit speziellen Mikrofonen aufnehmen, digital aufbereiten und für das menschliche Ohr hörbar machen.
Durch das Verlangsamen der Aufnahmen (z. B. auf ein Zehntel der Originalgeschwindigkeit) werden die feinen Struktur- und Modulationsdetails hörbar, sodass wir die „Stimme” der Tiere erkennen können.
Spektrogramme
Parallel zu den Audiobeispielen präsentieren wir Spektrogramme, auch Sonagramme genannt. bei denen die Frequenz vertikal, die Zeit horizontal und die Lautstärke in Form von Farbintensität dargestellt wird. Jeder Fledermausart liegen charakteristische Muster zugrunde: ein bestimmter Frequenzbereich, die Form von Auf- und Abschwüngen, die Dauer einzelner Impulse und die Zeit zwischen den Rufen.
Durch den direkten Vergleich von verlangsamtem Sound und zugehörigem Spektrogramm lassen sich diese Merkmale erfassen und zur Artbestimmung heranziehen. Dies ist ein zentraler Baustein der nicht-invasiven Artenüberwachung und des Naturschutzes.
Power-Diagramme
Zusätzlich zeigen wir Power-Diagramme, die auch als Schallpegelspektrum bezeichnet werden. In diesen ist die Frequenz auf der Horizontalachse und die Intensität in dB auf der Vertikalachse abgebildet. Diese spektrale Darstellung verdeutlicht die Energieverteilung jedes Rufs. Die Spitze der Kurve entspricht der Hauptfrequenz. Dieser Wert ist hilfreich für die Artbestimmung.
Rufabstandsklassierung
Sind in den Aufnahmen einer Fledermausart genügend Rufe vorhanden, kann die Zeit zwischen den einzelnen Rufen gemessen und die Häufigkeit der Rufabstände in Form eines Histogramms grafisch dargestellt werden. Das Ergebnis ist eine Kurve, die ebenfalls bei der Artbestimmung helfen kann.
Viel Spaß beim Erkunden!
Fred Van Gestel, Freitag, 28.02.2026